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Ein gebrochenes Herz ist nicht nur eine Metapher

  • Autorenbild: Stephanie Huber
    Stephanie Huber
  • 26. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Warum seelischer Schmerz mehr als nur ein Gefühl sein kann.



Wir sprechen oft leichtfertig von einem gebrochenen Herzen. Nach einer Trennung, einem Verlust, einer Enttäuschung oder einem Verrat. Es klingt nach einer Redewendung für einen Schmerz, der irgendwann wieder vergeht. Doch ein gebrochenes Herz kann tatsächlich körperliche Folgen haben. Das Broken-Heart-Syndrom existiert – und vielleicht zeigt uns allein diese Tatsache, wie eng seelisches Erleben und körperliches Empfinden miteinander verbunden sind.


Wenn seelischer Schmerz körperlich wird

Medizinisch wird das Broken-Heart-Syndrom auch Takotsubo-Syndrom oder Stress-Kardiomyopathie genannt. Starke emotionale Belastungen, aber auch körperlicher Stress können dazu führen, dass die Funktion des Herzmuskels vorübergehend beeinträchtigt wird. Die Beschwerden ähneln teilweise denen eines Herzinfarkts und können sich beispielsweise durch Schmerzen in der Brust oder Atemnot bemerkbar machen.

Natürlich führt nicht jede Trennung und nicht jede Enttäuschung zu einer solchen Erkrankung. Dennoch macht das Broken-Heart-Syndrom auf eindrückliche Weise sichtbar, was wir im Alltag manchmal vergessen: Seelischer Schmerz ist nicht eingebildet. Er kann unseren Schlaf verändern, uns die Kraft nehmen, den Appetit rauben und sich auf ganz unterschiedliche Weise im Körper bemerkbar machen.


Wir wissen nicht, was ein Mensch bereits trägt

Ich glaube, wir unterschätzen viel zu oft, was unser Verhalten in anderen Menschen auslösen kann. Worte, Lügen, Demütigungen, Rücksichtslosigkeit oder plötzliches Verschwinden bleiben nicht immer nur als unangenehme Erinnerung zurück. Wir wissen nicht, welche Kämpfe ein Mensch bereits führt, wie viel Kraft ihn sein Alltag kostet oder ob unser Verhalten vielleicht der Tropfen ist, der ein längst gefülltes Fass zum Überlaufen bringt.

Das bedeutet nicht, dass wir für jedes Gefühl eines anderen Menschen verantwortlich sind. Wir können nicht verhindern, dass jemand enttäuscht, traurig oder verletzt ist, wenn wir eine Beziehung beenden, eine Grenze setzen oder uns gegen etwas entscheiden. Wir tragen aber Verantwortung dafür, wie wir es tun. Dafür, ob wir ehrlich bleiben, jemanden bewusst hinhalten, kleinmachen oder im Ungewissen zurücklassen. Und dafür, ob wir uns auch dann um Respekt bemühen, wenn ein Mensch keinen Platz mehr in unserem Leben haben soll.


Respekt ist keine Frage der Nähe

Ein Mensch muss nicht unser Partner, unsere beste Freundin oder ein Familienmitglied sein, um einen respektvollen Umgang verdient zu haben. Auch ein flüchtiger Kontakt, ein Arbeitskollege, ein Tinder-Match oder ein Mensch, von dem wir nichts mehr wollen, bleibt ein Mensch. Nähe entscheidet nicht darüber, wie viel Rücksicht jemand verdient.

Vielleicht sollten wir deshalb öfter daran denken, dass wir nie genau wissen, was in einem anderen Menschen gerade vorgeht. Freundlichkeit kostet wenig. Ehrlichkeit verlangt manchmal Mut. Rücksicht braucht ein wenig Aufmerksamkeit. Doch all das kann einen größeren Unterschied machen, als wir jemals erfahren werden.

Ein gebrochenes Herz ist nicht immer nur eine poetische Beschreibung. Und selbst dort, wo es medizinisch keines ist, kann der Schmerz sehr real sein.


Behandle Menschen so, dass deine Spuren keine Narben werden.

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